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LEBEN - 30.01.2012
Fotolia_30478909_Subscrip Kopie.JPG Platz schaffen und Ballast abwerfen
Kennen Sie das? Der Kleiderschrank platzt aus allen Nähten und trotzdem können Sie sich nicht von einem einzigen Stück trennen. Manches haben Sie sogar seit Jahren nicht getragen. Dann krempeln Sie jetzt die Ärmel hoch und beginnen Sie mit dem Ausmisten. Denn regelmäßiges Entrümpeln schafft nicht nur Platz – es hat auch eine unglaublich befreiende Wirkung. Warum das so ist, erklärt der Linzer Coach August Höglinger.


Das neue Jahr ist noch nicht alt, die zu Silvester gefassten Vorsätze noch ganz frisch. Nicht wenige Menschen wollen heuer endlich mehr Ordnung in ihr Leben bringen. Ein Vorsatz, den es sich umzusetzen wirklich lohnt. Denn: Entrümpeln schafft nicht nur Platz, sondern hat auch eine unglaublich befreiende Wirkung. Wer es geschafft hat, einen Raum, einen Kasten oder einfach nur ein Regal auszuräumen und nicht mehr Benötigtes wegzuschmeißen, wird sich auch selbst erleichtert fühlen. Der Linzer Führungskräftecoach und Autor August Höglinger hat sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und bestätigt dieses Gefühl. „Ich hatte einmal einen dreiwöchigen Urlaub gebucht und bevor ich mein Büro verlassen habe, habe ich den Schreibtisch leer geräumt, alles in Schubladen verschwinden lassen und wichtige Dinge an Kollegen und Mitarbeiter abgegeben“, erinnert sich Höglinger. „An der Tür habe ich mich noch einmal umgedreht und beim Anblick des leeren Schreibtisches machte sich ein Gefühl tiefer Zufriedenheit in mir breit. Das war wunderbar!“ Wenn es sich danach so gut anfühlt – warum schaffen es viele Menschen trotzdem nicht, sich von alten Dingen zu trennen? „Weil sie damit bestimmte Emotionen und Erinnerungen verbinden“, erklärt der Experte. „Würden sie die Sachen weggeben, fühlt es sich für sie so an, als würden sie damit auch die Gefühle weggeben. Und je positiver die Emotion ist, umso schwerer fällt das Handeln.“ Ein typisches Beispiel sind Urlaubsandenken, Geschenke oder Bücher.
Weitere Hinderungsgründe sind die Angst, man könnte es irgendwann wieder einmal gebrauchen, oder wenn man etwas teuer gekauft hat und es jetzt doch nicht „einfach so“ wegwerfen kann. Dann hilft es, die Dinge nicht zu entsorgen, sondern zu verwerten. Das bedeutet: ihnen einen neuen Wert zu geben. Bücher zum Beispiel können auf einem Flohmarkt verkauft werden. Kleidung kann anderen Menschen, die sie wirklich brauchen können, eine große Freude bereiten – etwa Flüchtlingsfamilien. „Wenn man sieht, dass man jemandem noch etwas Gutes tun kann, macht es den Abschiedsschmerz erträglich, und es ist nicht so schwierig, loszulassen“, sagt Höglinger.

LEBEN - 30.01.2012
6.JPG Weiblich, engagiert, ausgebrannt
Schon lange ist Burnout keine Manager-Krankheit mehr. Immer öfter sind Frauen von dem Gefühl des inneren Ausgebranntseins betroffen. Die Gründe: Mehrfachbelastung durch Job, Familie und Haushalt, das Nicht-Kennen ihrer eigenen Grenzen und die sich daraus ergebende Unfähigkeit, Nein sagen zu können. Ein Teufelskreis, der in einem völligen psychischen und physischen Zusammenbruch enden kann.


"Das bisschen Haushalt macht sich von allein, sagt mein Mann. Das bisschen Haushalt kann so schlimm nicht sein …“ Dieser Liedtext eines Schlagers von Johanna von Koczian stammt aus dem Jahr 1977, wurde mit einem Augenzwinkern gesungen – und doch scheint diese Einstellung auch heute noch zu gelten. Noch immer ist der Irrglaube verbreitet, ein Haushalt lasse sich ganz nebenbei führen. Niemand sagt Danke, Lohn dafür gibt es schon gar nicht. In den Familien bleibt diese Arbeit überwiegend an den Frauen hängen. Und dass bei den meisten zusätzliche Belastungen durch Job und Kinderbetreuung dazukommen, findet höchstens am Rande Beachtung. Die Frauen zerreißen sich für Familie und Beruf, sagen nie Nein, wollen es allen recht machen.
Immer öfter brechen Frauen unter dieser Last zusammen. „Schon das weibliche Geschlecht an sich stellt einen Risikofaktor dar, weil Frauen die Mehrfachbelas-tung durch Job, Familie und Haushalt bewältigen müssen“, sagt Michaela Schöny, klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin an der Landesnervenklinik Wagner-Jauregg. „Es sind aber nicht nur gewisse Berufe mit einem erhöhten Burnout-Risiko verbunden, sondern auch Rollen und insbesondere Rollenerwartungen. Gefährlich wird es, wenn die Erwartungen, die jemand an eine Rolle geknüpft hat, und die realen Erfahrungen auseinanderklaffen.“ Als Beispiel nennt Schöny die Mutterrolle, die durch die fürsorgliche Versorgung eines Kindes definiert ist. Schafft eine Frau das nicht in dem Ausmaß, wie sie es sich wünscht, sei oft der Grundkonflikt eines Burnout-Verlaufs gegeben. Manchmal wird der Grundstein bereits in der Kindheit gelegt. Dann, wenn ein Kind Anerkennung und Liebe gegen entsprechende Leistung bekommt. Dieses Muster wird abgespeichert und bleibt gedanklich bis ins Erwachsenenalter hängen. Nach dem Motto: „Ich bin nur gut genug, wenn ich das oder das schaffe.“ „Diese Menschen brauchen Anerkennung und Bestätigung von außen wie die Luft zum Atmen“, bestätigt Eveline Weglehner, Persönlichkeits- und Mentaltrainerin aus Kefermarkt (www.ichlebemeinleben.at). „Bekommen sie diese nicht, fühlen sie sich wertlos. Deshalb investieren sie unendlich viel Energie in ihren Job und vergessen dabei vollkommen auf sich selbst. Sie übernehmen immer mehr Aufgaben – aus Angst, die Leute könnten sonst glauben, sie seien nicht gut genug. Ein Teufelskreis, weil sie dadurch nach außen signalisieren, keine Grenzen zu haben.“

LEBEN - 30.01.2012
Fotolia_24852937_Subscrip Kopie.JPG Die Magie der grauen Schläfen
Eigentlich macht er bloß Werbung für Kaffee, wenn George Clooney sein smartes „What else?“ in die Kamera sagt, und doch schmachten zahllose Frauen vor den Fernsehern reihenweise vor sich hin. Nie waren graue Haare so sexy und attraktiv wie heute. Was hat es mit der Magie der grauen Schläfen auf sich? Und warum finden Frauen diese Männer derart anziehend? DIE OBERÖSTERREICHERIN hat dieses Phänomen näher betrachtet.


Ich liebe meine grauen Haare“, sagte George Clooney lachend, als er 2006 zum „Sexiest man alive“ gewählt wurde. Kein Wunder, wir lieben sie ja auch – oder können Sie sich den smarten 50-Jährigen mit kohlrabenschwarzen (gefärbten!) Haaren vorstellen? Doch woran liegt es, dass Männer mit grauen Schläfen nicht mehr mit schwindender Jugendlichkeit verbunden werden, sondern attraktiv und sexy auf die Damenwelt wirken? „Ein graumelierter Mann strahlt etwas Besonderes aus“, erklärt Isabella Woldrich, klinische und Gesundheitspsychologin in Linz. „Er signalisiert Lebenserfahrung und dass er einer Frau Schutz, Geborgenheit und Sicherheit bieten kann. Dass er sich – oft im Gegensatz zu jüngeren Männern – die Hörner bereits abgestoßen hat. Dass er finanziell abgesichert ist und Nachkommen versorgen kann.“ Was wenig zeitgemäß klingt, ist tatsächlich evolutionsbedingt. Schon immer fanden Männer tendenziell jüngere Frauen attraktiv. Frauen hingegen fühlten sich eher zu älteren Männern hingezogen. „Wobei man schon dazu sagen muss, dass immer das Gesamtpaket stimmen muss“, betont Woldrich. Die grauen Haare nützen nicht sehr viel, wenn der restliche Mann ungepflegt und wenig charmant daher kommt.
Was sich sehr wohl geändert hat, ist der Lifestyle der Menschen. Während Anfang des 20. Jahrhunderts ein Mann mit 50 Jahren bereits uralt war, steht er in diesem Alter heute voll im Leben. Prominente verstärken dieses Phänomen. Michael Douglas, Richard Gere und Sky Dumont – allesamt Schauspieler, die mit ihren grauen Haaren punkten. Auch den Schmusesänger Eros Ramazzotti verwandelten erst seine Haare vom rassigen Italiener zum erotischen Mann. „Ich glaube mich sogar erinnern zu können, dass bereits Clark Gable im Film ,Vom Winde verweht’ graue Schläfen hatte“, sagt die Psychologin. „Oder nehmen wir Richard Chamberlain in ,Die Dornenvögel’. Schon damals sind die Damen schmachtend vor den Fernsehern gesessen.“

 
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